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Mittwoch, 04.02.2026

Olympia 2026: Wenn in Mailand und Cortina die Sportler:innen überwiegend gleiten

Tarik Orliczek ©MICHAELA BEGSTEIGER

Sport- und Forschergeist: Tarik Orliczek hat die elementaren Bewegungsthemen bei den olympischen Disziplinen unter die Lupe genommen. Foto: Uni Graz/Begsteiger

Die ganze Welt schaut ab 6. Februar nach Mailand-Cortina, wo die Olympischen Winterspiele 2026 eröffnet werden. Auch Sportpädagoge und -historiker Tarik Orliczek hat das Mega-Event fest im Blick. Er beleuchtet, welche elementaren Bewegungsthemen die Wettbewerbe beherrschen, und kommt zum Schluss: „Diese Disziplinen haben eines gemeinsam: Im Großen und Ganzen geht es um das ,Gleiten‘.“

Jagen mit Pferden, Skifahren hinter Rentieren und Eissegeln. Was heute kurios anmutet, stand bei den Nordiska Spelen (Nordischen Spiele), die zwischen 1901 und 1926 in Schweden ausgetragen wurden, auf dem Programm. „Sie gelten als Vorläufer der Olympischen Winterspiele“, schildert Tarik Orliczek, Doktorand am Institut für Bewegungswissenschaften, Sport und Gesundheit der Universität Graz. Davor war er Lehrer für Sport und Latein. Fast logisch, dass er sich daher mit der Geschichte der Olympischen Spiele beschäftigt, die bis in die Antike zurückreichen.
Erst 100 Jahre alt sind hingegen die Winterspiele. „Als das IOC 1926 dafür stimmte, die Internationale Wintersportwoche 1924 in Chamonix rückwirkend zu den ersten Olympischen Winterspielen zu erklären, begründete es eine Tradition“, verrät der Wissenschaftler.

Die Grammatik des Sports

Seitdem hat sich am Katalog der Disziplinen einiges verändert. „Das Programm ist nichts Starres und reagiert auf gesellschaftliche Entwicklungen“, verweist Orliczek auf Ski-Bergsteigen, das heuer erstmals olympisch ist. 
Und trotz der Vielfalt der insgesamt 116 Bewerbe in acht Sportarten stellt Tarik Orliczek eine große Gemeinsamkeit fest: „Sie lassen sich im Gegensatz zu den Sommerspielen allesamt unter einem einzigen Grundthema vereinen – und zwar unter dem ,Gleiten‘“. In Kombination mit anderen Themen wie dem Springen, Spielen oder Überschlagen werden die einzelnen Disziplinen dann weiter aufgefächert. „Eine Art Grammatik oder Baukasten des Sports“, beschreibt der Wissenschaftler, „wodurch auch ehemals beliebte, heute eher bizarr klingende Wintersportarten wie Eistennis gar nicht mehr so fern liegen“.

Untypische Bewegungsweisen

Eis, Schnee und Glätte – also die Umwelt, in der die Disziplinen stattfinden – machen die Kernidee aus. Ebenso wie ein weiterer Faktor, auf den der Forscher hinweist: „Zur Ausübung braucht es Hilfsmittel, weil es für Menschen zunächst untypische Bewegungsweisen sind.“ Darin liege für Tarik Orliczek der besondere Reiz und das pädagogische Potenzial dieses Bewegungsfeldes. Auch dabei, wenn er selbst Wintersport ausübt: „Als gebürtiger Norddeutscher fühle ich mich weniger auf Skiern, sondern eher auf Schlittschuhen wohl – liegt vielleicht daran, dass man dabei dem Wasser näher ist.“

⇒ Der ORF berichtet in der Serie Wissenswert auch über Forschungen von Tarik Orliczek. Er schildert den Weg zur Olympiadisziplin.

⇒ Wer sich auch für die große gesellschaftliche Bedeutung von Sport interessiert, findet an der Uni Graz das entsprechende Bachelorstudium. 

Erstellt von Andreas Schweiger

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